Mit Sbirolino auf Meerforelle – Tipps, Tricks & Montage
Es gibt Tage, da fressen die Meerforellen mit Vorliebe Garnelen oder Tangläufer. Fische werden hartnäckig ignoriert. Der Spinnfischer mit seinen Blinkern und Wobblern wird an solchen Tagen mehr oder weniger frustriert als Schneider nach Hause gehen. Der Fliegenfischer ist in seinem Element und freut sich über fette Beute. Nun muss man als Spinnfischer glücklicherweise nicht gleich das Fliegenfischen erlernen, um an solchen Tagen auch erfolgreich zu sein. Die Italiener haben nämlich den Sbirolino oder Bombarde entwickelt, mit dem sich wunderbar Fliegen, Garnelen und Tangläufer auch an der Spinnrute werfen lassen. Der Sbirolino, oder kurz Sbiro genannt (nicht mit „p“ – Spiro!), ist nichts anderes als ein Gewicht mit super Wurfeigenschaften in Form einer Pose. Und wie könnte es auch anders sein, praktizieren die Dänen schon seit vielen Jahren erfolgreich das Sbirolinoangeln auf Meerforelle.
Der Sbirolino zum Meerforellenangeln
Der Sbirolino oder Bombarde ist in verschiedenen Gewichten, Farben und Varianten erhältlich:
- schwimmend
- langsam sinkend
- (schnell) sinkend
Außerdem gibt es noch variable Sbirolinos, die sich mit Wasser füllen lassen und so verschieden Eigenschaften ausführen.
Für das Sbirolinoangeln auf Meerforelle haben sich die langsamen und (schnell) sinkenden Varianten mit Gewichten zwischen 15g und 25g durchgesetzt. Als Farbe werden sie in der Regel in durchsichtig oder milchig angeboten. Diese sollten auch gewählt werden, da die Sbiros in anderen Farben (rot, schwarz) gut gesehen und attackiert werden.
Schwimmende Sbirolinos werden insbesondere in den Sommermonaten bei der Abend- und Nachfischerei eingesetzt. Jetzt rauben die Mefos mit Vorliebe an der Oberfläche nach Fliegen, die mit der schwimmenden Variante bestens angeboten werden können.
Die langsam sinkenden Sbiros werden bei kalten Temperaturen gefischt, wenn man etwas langsamer einholt. Werden sie schneller eingezogen, kommen sie an die Oberfläche und sind gut in der sommerlichen Abend- und Nachtangelei, wenn die Mefos auf die Fliegen an der Wasseroberfläche räubern.
Die sinkenden Sbiros kommen zum Einsatz, wenn wir auf die Mefos im Mittel- oder Tiefenwasser aus sind, was die Regel ist.
Die variablen Spiros lassen sich mit Wasser füllen, wodurch sich ihr Sinkverhalten ändert. Weniger Wasser sind sie schwimmend, mehr Wasser sinkend. Bevor am Fischwasser damit geangelt wird, sollte genau ausprobiert werden, wie sich die Sbiros mit wie viel Wasser verhalten, damit der Köder so präsentiert wird, wie man es auch gern möchte.
Montage der Sbirolino mit Fliege
Die Montage eines Sbirolinos ist sehr einfach. Der Sbiro wird auf die Hauptschnur gezogen, dabei ist es egal ob mit monofiler oder geflochtener Schnur gefischt wird. Im Anschluss kommt eine Gummiperle als Knotenschoner und dann der Wirbel. Ich nehme einen Dreifachwirbel, da der Drall doch ganz schön hoch ist. Das Sbirolino-Vorfach hat eine Länge von +/- 2,80 m in einer Stärke zwischen 0,26 und 0,30 mm in Fluorocarbon. Fluorocarbon hat fast denselben Lichtbrechungsfaktor wie Wasser und ist daher kaum zu erkennen. Die Fliege wird am Ende des Vorfachs am besten mit einem Rappla-Konten verbunden. Die Fliege bewegt sich dadurch natürlicher. Das obere Ende des Vorfachs wird mit einem Tönnchenwirbel abgeschlossen.
Einfache Sbiro-Vorfach-Montage
Montage: 1. Hauptschnur: 0,11–0,15 mm geflochten, 2. Sbirolino: 15–30 g, schwimmend, langsam sinkend oder variabel, 3. Gummiperle/Stopper: verhindert Schnurüberschneidungen, 4. Wirbel: Größe 4–6, 5. Vorfach: 2–3 m Fluorocarbon 0,25–0,28 mm, 7. Köder – Fliege, Twister etc.
Tipp: An das Vorfach könnt ihr zusätzlich noch eine Springerfliege (Dropper-Beifänger) montieren. Am besten in einer anderen Farbe.

Montage-Tipp: Wenn man am Wasser schnell zwischen Fliege und Blinker wechseln möchte, hat sich eine andere Montage bewährt. Nehmt ein ca. 30-40 cm langes Fluorocarbonstück und knotet am unteren Ende einen (Dreifach-)Wirbel. Dann schiebt ihr eine Gummiperle auf und darüber den Sbiro. Am oberen Ende knotet ihr ein Tönnchenwirbel. Das (Fliegen-) Vorfach wird nun mittels eines Tönnchenwirbels am unteren Ende des Sbiros am (Dreifach-)Wirbel befestigt. Fertig. So ist der Wechsel zwischen Blinker und Fliege schnell gemacht.
Köderführung mit Sbirolino
Nichts wird heißer diskutiert als die Geschwindigkeit beim Einholen der Fliege am Sbiro. Der eine „Experte“ meint eher langsam, der andere „Experte“ rät zu einem schnellen Einkurbeln. Das Erfolgsrezept gibt es auch hier nicht. Da die Meerfolle ihre Beute meist immer verfolgt und entsprechend auf die Flucht der Beute reagiert, ist ein schnelles Einholen in den meisten Fällen erfolgsversprechend. Bei sehr kalten Wasser, also Temperaturen unter 3-4 Grad sollte der Mefoangler den Köder eher langsam führen.
Die Köderführung ist ebenfalls auschlaggebend. Ein zügiges Einholen ohne große Spinnstops ist zu priorisieren. Wenn dies kein Erfolg bringt oder man viele Anfasser spürt, können dann auch mehr Stopps gemacht werden. Bei Garnelenimitaten ist ein regelmäßiges kurzes schlagen mit der Rutenspitze oder ein ruckweises Einholen erforderlich, um eine flüchtende Garnele zu imitieren.
- Langsam führen: Bei trübem Wasser oder vorsichtigen Fischen
- Variabel einholen: Wechsel zwischen schnell, mittel, Stop‑and‑Go
- Zickzack-Technik: leichten Zickzack-Kurvenwurf simulieren → wirkt wie flüchtender Beutefisch
- Saison beachten: Frühjahr/Sommer → schneller, Herbst/Winter → langsamer
Tipp: Weniger ist manchmal mehr – kleine, natürliche Bewegungen wirken oft besser als hektisches Einholen.
Unsere Fliegenempfehlung
Tipp gegen das Vertüddeln des Vorfaches
Nichts ist nerviger als das Enttüddeln des Vorfaches. Wir haben zwei Tipps für Euch:
Tipp 1: Dies lässt sich beim Auswerfen verhindern. Kurz bevor der Sbiro auf das Wasser aufschlägt, wird die Schnur mit der Hand bzw. den Fingern gestoppt. Der Sbiro erhält einen Ruck und sinkt zur Wasseroberfläche. Das Vorfach fliegt entsprechend seiner Länge weiter und streckt sich. So liegen Sbiro und Vorfach schön hintereinander und verheddern sich nicht.
Tipp 2: Unterhalb des Sbirolinos wird ein ca. 10cm langes Röhrchen montiert – z.B. die Spitze eins ausrangierten Sbiros – und anschließend Perle und Wirbel. Das Röhrchen biegt sich im Flug. Das Vorfach fliegt parallel zur Hauptschnur. Es vertüddelt weniger.
Welche Sbirolinorute für Meerforelle
Die klassische Sbirolinorute ist zwischen 3,30 und 3,8 m lang, um ein möglichst langes Vorfach nutzen zu können. Udo Schröter, der eines der meistverkauften Bücher zum Mefoangeln geschrieben hat, nutzt Ruten mit 3,30m Länge. Diese Rutenlänge ist meiner Meinung auch völlig ausreichend, da Vorfächer von rund 3,00 m Länge gut händelbar sind. Wir haben die Spro Tactical Trout Lake für Euch getestet.
Hier findet ihr eine Übersicht über günstige Sbirolino-Ruten für das Angeln auf Meerforelle.
Welche Eigenschaften die Rute zum Meerforellenangeln noch aufweisen sollte, findet ihr unter der Rubrik – Eigenschaften Meerforelllenrute.
Gerät und Ausrüstung
✔ Rutenlänge: 3,15–3,30 m lang
✔ Wurfgewicht: 15–45 g
✔ Rutenaktion: semiparabolische Aktion
✔ Rute allg.: sensible Spitze + starkes Rückgrat
✔ salzwasserfest & leicht
Köder und Fliegen für den Sbiro.
Mit dem Sbiro können jegliche Leichtköder angeboten werden. Dazu zählen klassischen Fliegen (Streamer, Polar Magnus, Tobiasfliege, Wooly Bugger, Pategriesen etc.), ultraleicht Spinner, Blinker und Wobbler von 3-7g und Minitwister und -shads.



